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Für meine-b. - Background - Inge - 02.03.2026 Background KI und die Gefahren für's Finanzsystem - Am letzten Handelstag im Februar 2026 gab es recht deutliche Rückgänge in US amerikanischen Finanztiteln, American Express, JP Morgan, etc. Hintergrund waren Äußerungen von JP Morgan Chef Jamie Dimon, der sich an die Vorläufer der Finanzkrise 2008 erinnert sieht. Ohne in die Untiefen des weltweiten Finanzsystems eintauchen zu wollen, einige grundsätzliche Ausführungen sind unabdingbar. Schließlich sind auch unsere Aktivitäten an der Börse betroffen. Wir alle wissen mehr oder weniger genau, dass die Geschäftstätigkeit von Banken gesetzlichen Regelungen unterliegt. Darüber hinaus hat der ein oder andere schon einmal von der Bafin gehört, deren Aufgabe es ist, hierzulande die Einhaltung von Regeln zu überwachen. Das ist der regulierte Bereich des Finanzsystems bzw. ein wichtiger Teil hiervon. Neben dem regulierten Bereich gibt es den unregulierten Bereich: die sog. Schattenbanken. Die Schattenbanken unterliegen also nicht den üblichen gesetzlichen Auflagen, so ist beispielsweise die Kreditvergabe wesentlich "lascher" und in der aktuellen Goldgräberstimmung bzgl. "Künstlicher Intelligenz" werden fleißig Darlehen ausgereicht. Jeder möchte dabei sein. Investmentschwerpunkt war zuletzt die sog. KI-Infrastruktur, z.B. Rechenzentren und der Ausbau der Energieversorgung. Im Fokus stehen z.Zt. die sog. Private Credit Funds als Teil der Alternativen Investments (s. Anlageklassen). Lt. Analysen des Schweizer Bankhauses UBS könnten die Ausfallraten dieser Private Credit Funds auf bis zu 15 Prozent steigen. In diesem Zusammenhang zu nennen sind die Aktien großer Private-Credit-Häuser wie Blackstone, Apollo Global Management und Blue Owl. Der Kurs von Blue Owl erreichte mit ca. 10,50 Dollar den tiefsten Stand seit Sommer 2023. Vom Allzeithoch aus gesehen, betragen die Verluste mittlerweile bis zu 60%. Bei Blackstone belaufen sich die Abschläge auf ca. 30 Prozent. Auslöser des letzten Abverkaufs war eine Meldung von Blue Owl, Vermögenswerte in Höhe von 1,4 Mrd. Dollar aus drei Kreditfonds zu liquidieren und die Rücknahme für einen Fonds auszusetzen. Ein solcher Vorgang gilt im allgemeinen als Warnsignal. Und potenziert sich, wenn ein Markt bereits in den kritischen Focus der Öffentlichkeit geraten ist. Zweiter gewichtiger Grund für Sorgenfalten sind zahlreiche Überkreuzbeteiligungen von in die KI-Entwicklung engagierter Unternehmen. Dies untergräbt die Transparenz dieser Verbindungen. Hinzu kommt, dass selbst die bekannten großen Marktteilnehmer ihre Investitionen kreditfinanzieren. Drittens kursieren Befürchtungen, dass durch den Markteintritt neuer KI-Tools/Agenten ganze Geschäftsmodelle implodieren - z.B. Software, aber auch Vermögensverwaltungen und Internetplattformen. In der Folge verlören nicht nur viele Firmen ihre Daseinsmöglichkeit, sondern auch viele Menschen ihre Arbeitsplätze. Dies wiederum hätte negative Auswirkungen auf die Privatwirtschaft in Form wegbrechenden Konsums, etc. Abschließend sei gesagt, dass es sich getreu dem alten Satz: "Erstens kommt es anders, zweitens als man denkt.." bzgl. der KI-geprägten Zukunft erst einmal um Szenarien handelt. Was wir aber aus der (Börsen-)Geschichte - Stichwort: Eisenbahn-/Dot.com-Blase wissen, ist, dass Übertreibungen in der Regel korrigiert werden. Im schlimmsten - natürlich nicht wünschenswerten - Fall in Form eines Börsencrashs. |